Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte
Über zwei Jahre lief ein Forschungsprojekt des Börsenverein-Landesverbandes Berlin-Brandenburg, das inhaltlich von Dr. Christoph Links und finanziell von der Bundesstiftung Aufarbeitung getragen wurde. Es ist nunmehr abgeschlossen. Zur Leipziger Buchmesse 2026 erscheint der Band mit den Ergebnissen:
Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 – 1990)
Das Buch enthält zunächst einen 20-seitigen Überblick zur Entwicklung des ostdeutschen Verlagswesens, gefolgt von einer 30-seitigen Analyse der Phasen und Arten des Verschwindens von Verlagen in der SBZ /DDR. Hatten nach 1945 zunächst mehr als 200 Verlage eine Zulassung erhalten, konnten am Ende der DDR lediglich noch 78 mit einer zentralen Lizenz tätig sein. (Zum Vergleich: In der Bundesrepublik gab es 1990 rund 1800 aktive Verlage.) Die Untersuchung zu den zwischenzeitlich verschwundenen ostdeutschen Verlagen ging der Frage nach, wann genau und auf welche Weise die Verlage verschwunden sind: Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Hierzu enthält der Band auf 400 Seiten insgesamt 150 alphabetisch geordnete Firmenporträts, deren Schlüsseldaten sodann in einer Übersichtstabelle zusammengefasst werden. Umfangreiche Personen- und Firmenregister bieten abschließend die Möglichkeit zur schnellen Recherche.
In Ergänzung zur früheren Arbeit des Autors über die Umbrüche der ostdeutschen Verlagslandschaft nach 1990 („Das Schicksal der DDR-Verlage. Die Privatisierung und ihre Konsequenzen. Mit 78 Firmenporträts“, Berlin 2009) liegt mit dem neuen Band nun ein Gesamtüberblick über alle wichtigen Verlage Ostdeutschlands zwischen 1945 und 1990 vor. Beide Nachschlagewerke sind nützliche Arbeitsinstrumente für Buchhändler, Bibliothekare, Verlagsmitarbeiter und Leser.

In Kooperation mit der Bundesstiftung Aufarbeitung
Projektvorstellung bei der Leipziger Buchmesse 2024
Im Rahmen der Leipziger Buchmesse hat Projektleiter Christoph Links das Projekt interessierten Kollegen und Kolleginnen vorgestellt.


